Moderne Software im Architekturbereich kann den Entwerfer zwar beim Herstellen und analysieren komplizierter Formen im dreidimensionalen Raum unterstützen, beim Lösen der eigentlichen Entwurfsaufgabe ist der Architekt aber nach wie vor auf sich gestellt. Will man den Computer zur Förderung der Kreativität beim Entwerfen verwenden, ist es erforderlich, sich mit der Rechenmaschine auf einer fundamentalen Ebene auseinanderzusetzen, anstatt die Funktionen der neusten Software auszuprobieren und sich deren Beschränkungen zu unterwerfen.
Im Seminar werden die Studenten mit einfachen Methoden der Programmierung vertraut gemacht, die es nicht nur erlauben, digitale Formen zu modellieren, sondern mit dem Computer auf fundamentaler Ebene kreativ zu interagieren. Auf dieser Ebene werden wir gemeinsam Wachstumsprozesse simulieren, Rückkoppelungsmechanismen studieren, Fraktale generieren und Techniken aus der Artificial Life Forschung untersuchen. Nach Abschluss des Seminars werden die Studenten in der Lage sein, eine Entwurfsidee formal darzustellen und ein großes Spektrum von Entwurfsvorschlägen automatisch generieren zu lassen. Mit anderen Worten, Formen und Strukturen nicht zu gestalten, sondern sie sich aus bestimmten Regeln und Algorithmen entwickeln zu lassen. Unter den Regeln und Algorithmen, versteht man im herkömmlichen architektonischen Kontext das Entwurfskonzept, aus dem heraus sich ein Entwurf möglichst kohärent entwickelt. Demnach umfasst die Auseinandersetzung mit dem algorithmischen Entwerfen auch die Beschäftigung mit den Grundlagen individueller Entwurfsstrategien.
Als Programmierumgebung werden wir Processing verwenden. Es sind keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich.
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Generative Entwurfsmethoden
Einführung in die Möglichkeiten des algorithmischen Entwerfens
(Bauhaus-Universität Weimar
Professur InfAR und JPAI)
SS 2008
WS 2008/09
(Übungsergebnisse WS08/09)
(Übungsergebnisse SS09) |